Opposition fordert Langfrist-Strategie gegen Corona-Pandemie

Simone Oldenburg, Fraktionschefin der Linken im Landtag von Mecklenburg-Vorpommern, spricht im Landtag. Foto: Jens Büttner/dpa/Archivbild

Schwerin, DAPD. Unmittelbar vor der nächsten Konferenz der Regierungschefs von Bund und Ländern zur Bewältigung der Corona-Krise hat die Vorsitzende der Linksfraktion im Schweriner Landtag, Simone Oldenburg, eine Langfrist-Strategie gefordert. „Dass Lockerungen erst erfolgen können, wenn der Inzidenzwert unter 50 liegt, ist selbstverständlich. Aber die Unkenntnis darüber, wie sich die Pandemie entwickeln wird, darf keine Entschuldigung dafür sein, keinen Plan und keine Strategie zu haben“, erklärte Oldenburg am Montag. Die „Politik von der Hand in den Mund“ müsse nach fast einem Jahr Pandemie ein Ende haben.

Angesichts des aktuellen Infektionsgeschehens und der vielen Todesfälle sei es zwar folgerichtig, den Lockdown zunächst zu verlängern. Doch müssten Eltern und Kinder, Unternehmer und Beschäftigte wissen, wann welcher Schritt für den Ausstieg erfolgt, um sich vorbereiten zu können. Um alte und pflegebedürftige Menschen in den Heimen besser zu schützen, seien die Testkapazitäten zwingend zu erweitern. „Schnelltests und Fiebermessungen sind unabdingbar“, betonte Oldenburg.

Zugleich warnte sie davor, nach dem Impfstart unrealistische Prognosen zum Ende der Pandemie abzugeben: „Das schadet der Glaubwürdigkeit und schürt Zweifel auch an anderen Maßnahmen. Trotz des laufenden Impfprozesses werden wir noch über eine lange Zeit Schutzmaßnahmen brauchen“, erklärte Oldenburg.

Am Dienstag wollen die Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) entscheiden, wie es nach dem 10. Januar weitergeht. Es wird eine Verlängerung der aktuell gültigen Einschränkungen erwartet. Dazu zählen etwa Kontaktbegrenzungen, die Schließung von Geschäften, Hotels und Restaurants sowie Homeschooling statt Präsenzunterricht. (DAPD)

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