
Kiel, DAPD. Die SPD-Landesvorsitzende Serpil Midyatli verlangt bessere Bedingungen in Schleswig-Holstein für die Kinderbetreuung in der Corona-Krise. So müsse die Regelung zur Notbetreuung von Kita-Kindern geändert werden, sagte Midyatli am Montag der Deutschen Presse-Agentur. „Mindestens sollte ab dem 11. Januar das Modell von Mecklenburg-Vorpommern übernommen werden.“ Dieses ermögliche allen Kindern eine Betreuung. „Die Eltern können dann selbst entscheiden, ob sie in der Lage sind, die Betreuung anderweitig zu organisieren“, sagte Midyatli, die auch Vize-Vorsitzende der Bundes-SPD ist.
„Gleichzeitig muss die Landesregierung den Eltern jetzt eine klare Perspektive für die Rückkehr zum Regelbetrieb in den Grundschulen aufzeigen.“ Familien bräuchten Planungssicherheit und könnten sich nicht von Woche zu Woche hangeln.
Absehbar werde der laufende Lockdown über den kommenden Sonntag hinaus verlängert werden, sagte Midyatli im Blick auf die am Dienstag anstehenden Beratungen von Bund und Ländern. „Das ist auch notwendig, weil es aktuell kein verlässliches Bild der Infektionslage gibt“, sagte Midyatli. „Nicht tragbar ist aus meiner Sicht eine weitere Schließung von Kitas und Grundschulen unter den aktuellen Bedingungen.“
Seit Monaten bekämen Eltern keine verlässliche Perspektive, kritisierte Midyatli. Zusagen seien wiederholt nicht eingehalten worden. „Auch bei diesem Lockdown war das Offenhalten von Kitas und Schulen nicht die oberste Priorität, obwohl es anders angekündigt wurde.“ In der letzten Ministerpräsidentenkonferenz sei den Eltern zudem bezahlter Urlaub für die Betreuung versprochen worden. „Das muss jetzt nachgeliefert werden.“ Die jüngste Änderung des Infektionsschutzgesetzes reiche nicht. „Es kann von den Eltern nicht verlangt werden, dass sie große Teile ihres Jahresurlaubs bereits im Januar verbrauchen müssen, um ihre Kinder betreuen zu können.“ (DAPD)
© DAPD

