
Hannover, DAPD. Niedersachsens Gesundheitsministerin Carola Reimann geht von einer Verlängerung des Lockdowns aus. „Wir haben immer mehr Patienten, die wir behandeln müssen. Deshalb sehe ich für eine Veränderung keinen Anlass“, sagte die SPD-Politikerin am Samstag im Deutschlandfunk. Noch gebe es aber wegen der Feiertage keine belastbaren Infektionszahlen. Die müsse man in den nächsten Tagen im Blick behalten, „aber so wie es aussieht, ist kein anderes Vorgehen angezeigt“.
Man müsse sehen, wie sich das Infektionsgeschehen in Folge der Weihnachtsfeiertage darstelle, sagte Reimann. Ein massiver Anstieg der Infektionszahlen sei zu befürchten. Dieser Anstieg werde sich dann auch in den Zahlen der Kliniken auswirken. Die Belastung in den Krankenhäusern sei schon jetzt immens.
„Ich setze darauf, dass in den kommenden Wochen auch noch neue Impfstoffe zugelassen werden“, sagte Reimann. Das würde eine große Erleichterung bringen, vor allem wenn es einen Impfstoff gebe, der bei Kühlschranktemperaturen gelagert werden könne. So könnten auch niedergelassene Ärzte impfen. „Dann haben wir eine ganz andere Impfleistung, wenn denn die Produktionskapazitäten stehen.“
Viele Mediziner und Wirtschaftsexperten fordern eine Verlängerung der Corona-Beschränkungen. Die Ministerpräsidenten der Länder wollen am 5. Januar mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) darüber beraten, wie es nach dem 10. Januar mit den zunächst bis dahin befristeten Maßnahmen weitergeht. Zuvor beraten die Kultusminister am Montag über die Situation der Schulen. Sie halten vor allem die Öffnung der Kitas und Grundschulen für vorrangig, weil eine digitale Betreuung nicht möglich ist und jüngere Schüler für Digitalunterricht selbst bei vorhandener Technik noch zu unselbstständig sind.
Generell warnen Wissenschaftler jedoch vor weitgehenden Lockerungen des seit 14. Dezember geltenden Lockdowns mit strikten Kontaktbegrenzungen und weitgehenden Schließungen von Geschäften, Freizeiteinrichtungen, Gastronomie und Hotellerie. (DAPD)
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