
Erfurt, Berlin, DAPD. Tierärzte für Kühe, Schweine und Pferde sind rar gesät, und die Corona-Pandemie hat zu Verschärfungen der Situation geführt. So habe eine Tierärztin, die für einen Bestand mehrere hundert Kühe eines landwirtschaftlichen Betriebs zuständig ist, die Tiere nicht mehr versorgen können, weil sie in Quarantäne musste. „Die Tierärztin selbst war nicht erkrankt, aber hatte mit einem Erkrankten Kontakt“, sagte der Geschäftsführer der Landestierärztekammer Thüringen, Henning Neukötter. „Wie soll sie die Rinder betreuen, wenn sie nicht vor Ort sein kann?“
Sofort eine Vertretung für solche Fälle zu finden, sei sehr schwierig, da es grundsätzlich an sogenannten Bestandstierärzten mangle. Teils müsse man sich über Bundeslandgrenzen hinweg gegenseitig aushelfen. „Aber auch das ist mit Corona schwieriger geworden“, sagte Neukötter. Viehbauern müssten intensiv nach Tierärzten für ihre Herden suchen.
Die damit verbundenen Aufgaben seien sehr zeitaufwendig und körperlich sehr anstrengend. „Die Geburt etwa bei einer Kuh oder einem Pferd ist eben nicht nur für das Tier fordernd“, berichtete Neukötter. Wegen der erforderlichen Kraft und auch Körpermaße für solche Aufgaben seien meist Männer Bestandstierärzte. Inzwischen entschieden sich aber vor allem Frauen dazu, Tierärztin zu werden.
Aber auch in gängigen Tierarztpraxen habe die Pandemie wie in allen anderen Bereichen zu viel Unsicherheit geführt. So stelle die Schließung von Kitas und Schulen auch dort Mitarbeiter mit jungen Kindern vor größere Probleme. „Das hat die Betriebsbereitschaft der Praxen erheblich eingeschränkt.“ (DAPD)
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