Michael Jackson: Die Geschichte eines Mannes, der nur Mensch und Kind sein wollte – aber nicht durfte

Gerade zu Lebzeiten wurde die Pop-Legende Michael Jackson von der Presse psychisch zerstört, als Monster dargestellt – nicht zuletzt nach den Missbrauchsvorwürfen gegen ihn. Doch er war kein Monster. Finn-Nino Würth zeigt, wer Michael Jackson war – ein Mensch.

Zehn Jahre nach seinem Tod: Die Marke Michael Jackson - DAPD

Er ist der bis heute wohl bekannteste und erfolgreichste Künstler überhaupt: Pop-Legende Michael Jackson. Sein Album „Thriller“ gilt bis heute als das meistverkaufte Album aller Zeiten – und der Hype um den Sänger nimmt auch nach seinem Tod nicht ab. Doch hinter dem Genie, das immer wieder das Unmögliche möglich machte, verbarg sich ein einsamer Mensch – man betone vor allem Mensch, denn als solcher wurde er oft nicht wahrgenommen.

Sein Leben ist gezeichnet von Menschen, die ihn liebten, ihn unterstützten und glücklich machten – aber auch von Menschen, die Teilhabe an seinem gigantischen Erfolg haben wollten und ihn enttäuschten. Das ist wohl auch ein Grund für seine ungewöhnlich intensive Liebe zu Kindern, denn diese enttäuschten und verurteilten ihn nicht. Stattdessen spielten sie mit Michael und ließen ihn an ihrem Leben teilnehmen, an ihrer Kindheit – etwas, das der Popstar selbst nicht erleben durfte.

Michaels traurige Kindheit

Aus der Kindheit ergibt sich das spätere Leben, heißt es. Und so war es auch bei Michael Jackson, obwohl man in seinem Fall nicht von einer wirklichen Kindheit sprechen kann. Bereits mit gerade einmal sechs Jahren entdeckte der kleine Michael die Musik für sich und wirkte ab sofort in der von Vater Joseph „Joe“ Jackson im Jahr 1964 gegründeten Black-Band „The Jackson Brothers“ mit, die daraufhin zu „The Jackson Five“ umbenannt wurde.

Gerade in den 1970er Jahren feierte die Band ihre größten Erfolge – vor allem wegen des beliebten kleinen Jungen mit der besonders hellen Stimme, Michael. Dessen ehrgeiziger und strenger Vater drillte ihn und seine vier Brüder Jackie, Tito, Jermaine und Marlon geradezu zum Erfolg – und setzte seine Söhne derart unter Druck, dass sie übermenschliche Leistungen erbrachten. Wurden sie den Anforderungen des Vaters nicht gerecht oder machten gar Fehler, wurden sie von ihm körperlich misshandelt. Mal der flachen Hand oder der Faust, ein anderes Mal mit einem Gürtel, verriet Michael Jackson einmal in einem Interview.

Michael verriet in dem Gespräch auch, dass ihm beim bloßen Anblick seines Vaters oftmals übel wurde und er sich übergeben musste oder sogar in Ohnmacht fiel. In einem anderen Interview stritt Joe Jackson (†89) die Vorwürfe seines Sohnes vehement ab, bezeichnete die Aussagen Michaels als übertrieben. Denn: „Schlagen tut man mit einem Stock“, so die Worte des brutalen Vaters.

Fazit zu Jacksons Kindheit: Michael durfte in der Zeit als Kind nicht das sein, was er eigentlich war: ein Kind. Er musste funktionieren, er musste gehorchen und er musste erfolgreich sein. Eine Zeit, die sein gesamtes späteres Leben überschattete.

Michael Jackson: Der Junge, der nie erwachsen werden sollte

Mit seinem gigantischen Erfolg füllte er die Kassen – die von Veranstaltern, die seines Vaters und vor allem seine eigene Kasse. Und mit dem vielen Geld holte er ein Stück seiner „gestohlenen“ Kindheit nach. Mit dem Kauf der Neverland Ranch im Jahr 1988, die den Musiker stolze 17 Millionen US-Dollar kostete, erfüllte sich der damals 30-Jährige einen Traum: ein riesengroßes Gelände mit diversen Fahrattraktionen, einem eigenen Zoo, einem Kino und vielem mehr. Besonders auffällig waren die vielen stillstehenden Uhren auf der rund 11 km² großen Geländefläche – demnach symbolisierten die Uhren die zeitlose Kindheit auf der Ranch, eben wie am Spielort der Kindergeschichte Peter Pan.

Doch Michael verbrachte nicht gerne Zeit alleine, weshalb er an jedem dritten Wochenende eines Monats sozial benachteiligte und schwer oder unheilbar kranke Kinder zu sich auf die Ranch einlud. Die Kinder konnten kostenfrei alle Attraktionen nutzen, sich einen Film im Kino anschauen oder den Zoo besuchen und die Tiere füttern. An vielen Wochenenden war es den Kindern möglich, mit einem Zug das gesamte Gelände zu umfahren – nicht immer, aber immer wenn es möglich war fuhr auch die Pop-Ikone mit.

Michael ermöglichte es der US-Schauspielerin Liz Taylor sogar, auf der Ranch eine ihrer Hochzeiten zu feiern. Als Dankeschön schenkte sie ihm einen 2.500 Kilogramm schweren asiatischen Elefanten für dessen Zoo – wie in einem Video zu sehen konnte sich Michael vor Freude fast nicht mehr halten. Er streichelte den Elefanten, der offiziell „Gypsy“ getauft wurde, und fütterte ihn mit Karotten.

Fazit dieses Lebensabschnitts: Michael war ein Mensch, der nie erfahren durfte, was es heißt Kind zu sein. Deshalb ermöglichte er es sich unter anderem mit dem Kauf der Neverland Ranch, ein Stück seiner nachzuholen. Michael Jackson war niemand, der nicht erwachsen werden wollte, sonder vor allem jemand, der nicht erwachsen werden sollte. Er war im Herzen wie auch im Geiste ein Kind – und gab Kindern das, was sie brauchten: Liebe, Zuneigung und eine glückliche Kindheit. Dinge, von denen er weiß wie wichtig sie für Kinder sind, da er sie selbst nicht erfuhr.

Schattenseiten seines Lebens: Medikamentenmissbrauch

Medikamentenmissbrauch beschreibt für viele Menschen den jahrelangen Missbrauch von Medikamenten und Drogen. In Michael Jacksons Fall trifft diese Art des Missbrauchs allerdings nicht zu, denn er nahm oftmals nur dann Medikamente, wenn er besonderem Druck ausgesetzt war. Das war vor allem dann der Fall, wenn er von anderen Menschen ausgenutzt oder enttäuscht wurde oder die Presse Geschichten über ihn veröffentlichte, die in keiner Weise stimmten und nur zur Steigerung der Auflage dienten. Das hinter diesem Star auch nur ein Mensch steckt, das haben die meisten Medien nicht verstanden. Und auch auf seine Privatsphäre und die seiner Kinder wurde nur selten Rücksicht genommen.

Es waren alles Dinge, die ihn psychisch wie auch physisch stark belasteten. In seinem Lied „Childhood“ beschreibt er seine Kindheit und seine Gefühle, der letzte Satz des Liedes lautet: „Bevor ihr mich verurteilt, versucht ernsthaft, mir Liebe entgegen zu bringen.“ Doch allgemein betonte der Sänger immer wieder, dass er nur ein Mensch sei, der Gefühle hat und den es verletzt, wie man über ihn berichtet.

Doch es waren auch Schmerzen an seinem Kopf, die ihn den Rest seines Lebens begleiteten, und die er bei einem Feuerwerkskörper-Unfall für einen Pepsi-Werbespot im Jahr 1984 erlitt. Der damals 26-Jährige musste mit Kopfhaut-Verbrennungen zweiten Grades in eine Klinik eingeliefert werden. Einen Großteil seiner echten Haare verlor die Musiker durch den Unfall, weshalb er bis zu seinem Tod im Jahr 2009 unbemerkt eine Perücke tragen musste.

Michael musste insgesamt einmal wegen des Medikamentenmissbrauchs in ein Krankenhaus eingeliefert werden. Bei seiner letzten Überdosierung des Narkosemittels Propofol kam leider jede Hilfe zu spät …

Schattenseiten seines Lebens: Schönheitsoperationen

Doch der Medikamentenmissbrauch war nicht die einzige Schattenseite im Leben des Popstars. Auch seine sichtbaren Schönheitsoperationen zeichneten sein Leben. Ausgelöst wurde der Schönheitswahn des Sängers ebenfalls in seiner Kindheit: Demnach nannte ihn sein Vater beim Namen „Riesennase“ oder redete ihm ein, „hässlich“ zu sein.

Nach einem Unfall auf der Bühne, bei dem sich Michael die Nase brach und an dieser operiert werden musste, unterzog sich der Popsänger danach immer mehr Operationen – überwiegend an der Nase, aber auch Kinn-Implantate ließ er sich einsetzen und die Lippen verändern. Dem offiziellen Autopsiebericht zufolge soll sich der Sänger insgesamt mehr als 13 Nasen-Operationen unterzogen haben, an seinem Kopf nach dem tragischen Brandunfall sogar mehr als schätzungsweise 30 Mal.

Fazit zum Medikamentenmissbrauch und den Schönheitsoperationen Jacksons: Für das Verhalten Michael Jacksons war überwiegend dessen Vater Joseph Jackson verantwortlich – er brachte ihn dazu, einen Schönheitswahn zu entwickeln. Zerstört haben ihn letzten Endes jedoch nicht die Medikamente, sondern die Presse und die Menschen, die ihn zuvor großmachten.

Michael Jackson, ein Kinderschänder?

Ein weiterer Rückschlag im Leben des King of Pop waren die Vorwürfe des Kindesmissbrauchs. Die Tatsache, dass er denen Leid zugefügt haben soll, die er am meisten liebte, Kindern, zerstörte den Popstar schließlich. Zwei Jahre hat es bis zur Anklage im Jahr 2005 gedauert, in denen Michael Jackson um 10 Jahre gealtert sein soll, wie es Freunde von ihm in einem Interview mit „The Sun“ erzählten.

Doch war Michael Jackson wirklich ein Kinderschänder? Diese Frage stellen sich bis heute noch immer sehr viele Menschen, auch weil sich im Jahr 2009, dem Todesjahr des Musikers, die zwei vermeintlichen Opfer James Safechuck und Wade Robson öffentlich zu Wort meldeten und den Sänger, der sich gegen die schweren Anschuldigungen nicht mehr wehren konnte, des Kindesmissbrauchs bezichtigten. Doch war Michael überhaupt eine solche Person, die eine solche Tat hätte begehen können?

Nein, ein solches Monster war er nicht. Dafür reicht nur ein kurzer Augenblick in seine außergewöhnliche Persönlichkeit – er war selbst noch ein Kind, er dachte und handelte wie ein Kind. Darüberhinaus ließ er Kinder in seinem Bett schlafen, während er die Nacht auf dem Boden verbrachte. Er wollte ihnen nur Liebe und Zuneigung schenken, klärte diese Art der Übernachtung zuvor mit den Eltern ab.

Michael Jackson wurde bei seiner Verhandlung zu Lebzeiten, 2005, von allen 14 Anklagepunkten freigesprochen. Die Klage der beiden angeblichen Missbrauchs-Opfer Safechuck und Robson wurde von der Staatsanwaltschaft abgelehnt, da der Musiker bereits tot war.

Fazit zur Art der Zuneigung Michael Jacksons: Michael Jackson wollte nur sein Bett mit den wichtigsten Menschen in seinem Leben, Kindern, teilen und übernachtete selbst auf dem Boden. ► Darüberhinaus ist es grundsätzlich ein Unterschied bei Kindern oder mit Kindern zu schlafen.

Michael Jackson: noch immer Wohltäter Nummer eins

Michael Jackson war nicht nur durch seine Musik und spektakulären Tänze international bekannt geworden, sondern auch wegen seines großen Herzens für Kinder. Er gilt bis heute als der Mann, der die meisten wohltätigen Organisationen unterstützte und brachte sein überragendes soziales Engagement auch in vielen seiner Lieder zum Ausdruck.

Am 30. September 1992 gründete der Popsänger in Bucharest (Rumänien) die Heal The World Stiftung, die sich für bessere Lebensbedingungen auf der Welt einsetzt und die Wünsche der Kinder zum Ausdruck bringt. Die Stiftung beklagt die hohe Zahl der jährlich an vermeidbaren Krankheiten und Gewalt sterbenden Kinder sowie die hohe Zahl von Kindesmissbrauch – jährlich werden weltweit rund 2,6 Millionen Kinder Opfer von sexuellem Missbrauch. Bereits das Engagement des King of Pop gegen Missbrauch widerspricht den Vorwürfen gegen ihn, selbst Kinder missbraucht zu haben.

Doch das sind nicht die einzigen Wohltaten des Popstars: Aus den Einnahmen seiner „Dangerous“-Tour, die er während der Missbrauchs-Vorwürfe machte, spendete er über 120 Millionen US-Dollar seiner Stiftung. Die Gesamteinnahmen betrugen rund 160 Millionen US-Dollar.

ZUM ENDE: ANMERKUNG DES AUTORS

Michael Jackson war eine ganz besondere Persönlichkeit, doch offenbar zu naiv und gut für die Welt. Er setzte sich für Mensch und Tier ein, liebte Kinder von ganzem Herzen – und wurde später sogar von zwei seiner Schützlinge verraten und als unberechenbares Monster dargestellt. Darüberhinaus fühlte er sich von den meisten unverstanden.

Dabei wollte er niemandem etwas Böses, sondern der Welt nur das geben, was sie am meisten braucht und ihr am meisten fehlt: Liebe & Zuneigung …

Danke für das Interesse, dass Sie uns entgegenbringen. Wir hoffen sehr, dass Ihnen diese Analyse gefallen hat oder Sie den Inhalt bestätigen können. Analysen sind zumeist persönlich und recherchiert. (dapd)

© DAPD (2020-12-26)
Kommentarnummer: RA-2020-12/2

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