B E R L I N Die französische Regierung greift in der Corona-Pandemie schon seit Beginn hart durch, driftet allmählich jedoch von dem „gesunden“ Weg des Gesundheitsschutzes ab – zunehmend in eine Art „Gesundheitstotalitarismus“, wie sich nach und nach zeigt. Ein Kommentar von Kathrin Möllers und Finn-Nino Würth.

Die Lage ist ernst und wird von Tag zu Tag ernster, gerade im Nachbarland Frankreich schnellen die Neuinfektionszahlen in die Höhe – ebenso die Zahl der pandemiebedingten Todesfälle. Anlass genug für die französische Regierung, ein massiv einschneidendes Gesetz verabschieden zu wollen: die verpflichtende Impfung gegen das Coronavirus. Genau genommen als künftigen Fahrschein, um mit den öffentlichen Verkehrsmitteln fahren zu können. Nach den Plänen des Kabinetts soll es in Zukunft nur noch dann möglich sein Bus und Bahn zu benutzen, wenn man geimpft ist. Alternativ könne auch ein negatives Testergebnis vorgelegt werden, heißt es in dem Gesetzentwurf. Allerdings muss dieser quasi täglich frisch durchgeführt werden – unmöglich, wenn man noch pünktlich zur Arbeit oder in die Schule kommen möchte.
Frankreichs Präsident Emmanuel Macron schloss eine generelle Impfpflicht zwar aus. Kritiker sehen in dem vorgebrachten Entwurf jedoch eine Vorgabe mit selbigem Effekt wie eine Pflicht. Der Ausschluss von ebenso alltäglichen wie auch lebensnotwendigen Dingen wie etwa der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel, sollte kein Impfpass vorliegen, drängt die Menschen geradewegs dazu, sich eventuell gegen ihren Willen impfen zu lassen. Diese Strategie stellt sich als ebenso fatal für die Bevölkerung als auch für die französische Regierung heraus – denn schließlich ist es offensichtlich gefährlich, sich einen solchen Impfstoff verabreichen zu lassen. Denn zu den bisher produzierten und großflächig zugelassenen Impfstoffen existieren keinerlei Langzeitstudien, welche sich jedoch als äußerst relevant herausstellen, um die möglichen Langzeit- und Spätfolgen besser kalkulieren zu können. Nicht zuletzt weil ebendiese fehlten mussten mehrere Länder die angestrebten Massenimpfungen abbrechen – in vier bekannten Fällen aus Großbritannien traten im Nachhinein bereits Lähmungserscheinungen auf.
Es ist deshalb umso wichtiger, die Menschen nicht zu zwingen, sich gegen das Coronavirus impfen zu lassen. Ebenso sollten keine Impfstoffe zugelassen werden, zu welchen keinerlei Langzeitstudien zu Nebenwirkungen und Spätfolgen vorliegen. (ddp)
© Deutscher Depeschendienst, (2020-12)
Kommentarnummer: 2020/12-02

