Berlin. Deutschland fährt erneut runter, wie lange ist unklar. Klar ist jedoch: Bund und Länder müssen nun an langfristigen Lösungen arbeiten, statt die Wirtschaft und Geduld der Menschen dauerhaft zu strapazieren. Ein Kommentar von Finn-Nino Würth.

Deutschland geht erneut in einen harten Lockdown – das zumindest ist durch die Telefonschalte von Bund und Ländern gerasselt, die seit dem Sonntagmittag abgehalten wird. Allmählich, so scheint es, entwickelt sich der Lockdown zum Dauerzustand in Deutschland – im Frühjahr in Vollzeit, im November dann in Teilzeit – und nun erneut in Vollzeit. Wie lange die ab dem kommenden Mittwoch geltende Ruhephase andauert, das steht in den Sternen. Klar ist jedoch: spätestens zum neuen Jahr muss Deutschland schrittweise in den Normalzustand zurückkehren – zumindest in wirtschaftlicher Hinsicht. Rein logisch betrachtet wird der Lockdown nicht länger als drei bis vier Wochen anhalten, da sich die Infektionszahlen in dieser Zeit deutlich reduzieren und wieder unter Kontrolle bringen lassen werden. Doch was ist danach? Denn sollten die Maßnahmen wieder gelockert werden, droht sich das Szenario zu wiederholen. Das Ergebnis: ein dritter Lockdown – diesmal nur mit einer noch stärker betroffenen Wirtschaft als Resultat. Und auch die Politik dürfte mächtig unter Druck geraten, sollte Deutschland nach diesem Lockdown noch einmal runtergefahren werden müssen.
Ein anderes Problem: Die Menschen möchten sich mehrheitlich nicht mehr impfen lassen. Das ist verständlich, denn es geht einfach zu schnell – zu keinem bisher entwickelten oder gar zugelassenen Impfstoff existieren Langzeitstudien. Die Notwendigkeit solcher zeigt sich unter anderem nach dem Injizieren bestimmter Impfstoffe – etwa in Peru, wo nach dem Auftreten neurologischer Folgeschäden entsprechende Impfungen umgehend eingestellt wurden. Reelle Gefahren wie Zeugungsunfähigkeit, Organ- und sonstige Folgeschäden werden nicht ernstgenommen. In den USA wurde das Vakzin von Biontech und Pfizer am Wochenende gar ohne wirkliche behördliche Prüfung zugelassen, nachdem das Weiße Haus der Arzneimittelbehörde FDA und deren Chef mächtig Druck gemacht, diesem sogar mit dem Verlust seiner Position gedroht hat.
Nun bedarf es einem ordentlichen und vorrangig langfristigen Fahrplan für Deutschland, die deutsche Wirtschaft und das öffentliche Leben in Deutschland. Bund und Länder müssen nun alles daran setzen, dauerhafte Lösungen zu finden, statt die Geduld der Menschen zu strapazieren. (ddp)
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