„DW“: Luxemburg soll Familien für Corona-Todesfälle bezahlen

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Luxemburg. Das Land Luxemburg zahlt offenbar Gelder an Familien aus, wenn diese den Todesfall eines Angehörigen als virusbedingt registrieren lassen. Dazu zählten dann auch Tode etwa an einer gewöhnlichen Influenzagrippe oder ähnlichen alljährlichen Krankheiten. Das erfuhr die „deutschland-west“-Redaktion, zu welcher auch ddp-online gehört. Demnach würde über solche Auszahlungen bereits in inländischen Medien berichtet, im Ausland würde nichts veröffentlicht. So zumindest der Bericht einer 76-jährigen luxemburgischen Pflegebedürftigen in einem Interview.

Demzufolge habe ihr das eine Bekannte erzählt, welche selbst einen Todesfall innerhalb der Familie zu beklagen habe. Allerdings keinen virusbedingten – dennoch sei ihr eine Summe von mehr als 1500 Euro angeboten, wenn sie den familiären Verlust als Covid-19-Todesfall deklarieren lasse. Die Frau habe das Angebot allerdings abgelehnt, so die 76 Jahre alte Dame.

Die DW-Redaktion konfrontierte die zuständigen luxemburgischen Behörden mit den schweren Anschuldigungen, dem Gesundheitsministerium seien entsprechende Zahlungen aber „nicht bekannt“. Das Sozialministerium wollte auf Nachfrage nicht antworten. (ddp, dw)

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