Die Schulen sind offen – doch ein normaler Unterricht kann aufgrund ausgeprägter Einschränkungen nicht gewährleistet werden. Das Ergebnis jahrelangem Versagens der Bundesregierung und der Ministerien. Ein Kommentar von Finn Würth.

BERLIN. Im Frühjahr noch geschlossen, sind Schulen in Deutschland seit Monaten wieder geöffnet. Doch von zumindest halbwegs normalem Unterricht kann in keiner Hinsicht die Rede sein: die Kinder müssen stundenlang Masken tragen, in den Pausen kann nicht wie gewohnt mit Freunden gespielt werden sondern es muss auch in diesen auf die Corona-Maßnahmen geachtet werden, während dem Unterricht sitzen zahlreiche Kinder teils bei Minusgraden an offenen Fenstern, im Sportunterricht muss nun ebenfalls die Maske getragen werden – würde das nicht einfacher gehen?
Doch, es geht zwar nicht aber es hätte funktionieren können. Es hätte funktionieren können, hätten sich die Bundesregierung und die zuständigen Ministerien in den letzten Jahren um unterrichtsrelevante Dinge wie etwa die Digitalisierung an Schulen gekümmert, statt beispielsweise um parteipolitische Fragen. Das wird allmählich auch der Bundesregierung klar, die nun Zehntausende iPads in ganz Deutschland verteilt – zuvor jedoch nicht einmal sichergestellt hat, dass großflächig Zugriff auf das Internet besteht, um die Geräte auch verwenden zu können.
Die Spitze des Landes ist nun gefragt, die Situation unter Kontrolle zu bekommen – doch es wäre eventuell schon sinnvoll, sich das Versagen als Regierung zumindest in dieser Hinsicht einzugestehen und mit Bund und Ländern über solche Themen zu verhandeln. Punkt. (ddp)
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