Corona-Demo: Augsburger Bischof verurteilt religiöse Symbole

Der Augsburger Bischof Bertram Meier. Foto: Karl-Josef Hildenbrand/dpa/Archivbild

AUGSBURG. Die Kirchen sollen sich nach den Worten des Augsburger Bischofs Bertram Meier stärker gegen die Verwendung religiöser Symbole bei Protesten gegen die Corona-Politik wehren. „Das ist nicht nur eine Instrumentalisierung des Glaubens, das ist ein Verbiegen des Religiösen“, sagte Meier der „Augsburger Allgemeinen“ (Montag).

Er kritisierte, dass Proteste als Gottesdienste deklariert und Kruzifixe getragen und am Martinstag Lichterumzüge als Corona-Proteste veranstaltet würden. „Mich erinnert das an die islamfeindliche und nationalistische Pegida-Bewegung, bei deren Demos ebenfalls Kreuze zu sehen waren“, sagte Meier. „Im Zeichen des Kreuzes erklangen dumpfe Parolen. Wir müssen hier als Kirchen, als Christen sehr aufpassen. Wir müssen uns davon distanzieren.“ Es mache ihn „fassungslos“, wenn Protestierende sich mit Judensternen wie Verfolgte des Dritten Reiches als Opfer der Corona-Politik darstellten.

Deutschlandweit demonstrieren „Querdenker“ regelmäßig gegen die Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie. Oft eskalierten die Proteste.

„Querdenken klingt gut, aber Querdenken darf nicht dazu führen, dass wir die Sicherheit und körperliche Unversehrtheit unserer Mitbürger relativieren“, sagte Meier. Er sieht eine Spaltung der Gesellschaft und „durchaus die Gefahr des Auseinanderdriftens verschiedener Kräfte, auch in der katholischen Kirche“. (ddp)

© deutschland-de, 200-29/12