Niedersachsen: 183 Kinder werden vermisst – auch Fälle von 1964

Eine leere Kinderschaukel schwingt auf einem Spielplatz. Foto: Arno Burgi/dpa-Zentralbild/dpa/Symbolbild

Hannover (ddp) – Nach 183 vermissten Kindern wird in Niedersachsen zur Zeit gesucht. Das teilte das Landeskriminalamt in Hannover mit. Die ältesten Fälle, die in der fortlaufend geführten Vermisstendatei für Niedersachsen erfasst sind, gehen bis in das Jahr 1964 zurück. 26 Vermisste wären heute im Erwachsenenalter, 145 wären zwischen 14 und 17 Jahren alt. Insgesamt sind 100 Jungen und 83 Mädchen betroffen.

„Die Ursachen und Beweggründe sind – soweit bekannt – höchst unterschiedlich. Bei dem überwiegenden Teil der Vermisstenfälle handelt es sich um Entziehungen durch ein Elternteil“, erklärte das Landeskriminalamt. Außerdem seien viele Kinder darunter, die aus Heimen verschwinden. Eine Aufklärungsstatistik gibt es beim LKA nicht. Oft würden die Vermisstenfahndungen schnell wieder zurückgenommen, so dass kein Eintrag in die Vermisstendatei erfolge.

Für die Polizei gelten Minderjährige in jedem Fall als vermisst, wenn sie ihren gewohnten Lebenskreis verlassen haben und ihr Aufenthaltsort unbekannt ist. Nach Angaben der Opferhilfsorganisation Weißer Ring verschwinden deutschlandweit jedes Jahr 50.000 Kinder. Ein Großteil finde sich aber innerhalb weniger Tage wieder ein.

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