
Berlin (ddp) – Nach dem Parteiaustritt der früheren AfD-Landesvorsitzenden in Niedersachsen, Dana Guth, hofft die Parteiführung auf eine Beruhigung des internen Streits. „Ich denke, dass der aktuelle Landesvorstand doch bemüht ist, die Wogen zu glätten“, sagte Bundessprecher Tino Chrupalla am Samstag. „Frau Guth hat ihre Entscheidung getroffen, das muss man akzeptieren, das akzeptiere ich genauso“, sagte Chrupalla kurz vor Beginn Listenaufstellung des niedersächsischen Landesverbands für die Bundestagswahl im nächsten Jahr.
Der Richtungsstreit war im Spätsommer offen ausgebrochen, als der AfD-Bundestagsabgeordnete Jens Kestner zum Nachfolger der als moderat geltenden Dana Guth gewählt wurde. Kestner wurde bisher dem nun offiziell aufgelösten, völkisch-nationalistischen „Flügel“ zugerechnet. Als Guth auch als Fraktionsvorsitzende abgelöst werden sollte, trat sie mit zwei Abgeordneten aus der Fraktion im Landtag aus, die daraufhin zerbrach. Aus Protest gegen einen von ihr konstatierten Rechtsruck der AfD in Niedersachsen trat Guth am Donnerstag auch aus der Partei aus.
Zur Aufstellungsversammlung der AfD-Liste am Wochenende wurden rund 500 AfD-Mitglieder in Braunschweig erwartet. An mehreren kleinen Gegendemonstrationen nahe der Halle nahmen laut einer Polizeisprecherin insgesamt 130 AfD-Gegner teil. Dabei blieb es friedlich, sagte die Sprecherin am Morgen.
© deutschland-de, 200-01/12

