Kommentar: Debatte um Rede – Meuthen hat Recht

AfD-Parteitag in Kalkar: Meuthen sieht keine "Corona-Diktatur" in  Deutschland

Berlin (ddp) – AfD-Parteichef Meuthen hat mit seiner Wut- und Appellrede auf dem 11. Bundesparteitag der AfD im nordrhein-westfälischen Kalkar einen politischen Paukenschlag und eine darauffolgende Debatte ausgelöst, welche noch immer nicht abgeklungen ist.

Doch er befindet sich im Recht, das zeigen nicht zuletzt die „bellenden“ Delegierten und zugleich diejenigen auf dem Parteitag, die in lautem Geklatsche ausbrachen. Auch ein Blick auf die aktuellen Prognosen für die AfD macht klar: Meuthen legt den Finger in die Wunde. Nicht die in den letzten Monaten mehr und mehr sichtbar gewordene ablehnende und leugnende Haltung der Partei gegenüber der beschlossenen Corona-Maßnahmen und allgemein dem Coronavirus ist ausschlaggebend für das politische Tieffliegen, sondern auch die immer wiederkehrenden Rechtsextremismus-Skandale (Stichwort Kalbitz), die nahezu pausenlose personelle Selbstbeschäftigung- und zerfleischung – vor allem aber die Inhalte, oder besser gesagt: die Inhaltlosigkeit der Rechten. Denn die AfD hat in den letzten Jahren bewiesen, dass sie sich im Grunde genommen nicht wirklich von den „Altparteien“, den etablierten Parteien, unterscheidet. Die Rechtspopulisten reden der unzufriedenen Wählerschaft ebenso so fleißig ins Maul, umgesetzt wird jedoch nur ein Bruchteil der versprochenen Ansätze – auch die Aktivität im Deutschen Bundestag, was kleine und große Anfragen betrifft, lässt Lücken offen.

Die AfD hat sich vom Boden der bürgerlichen Mitte und des Protestes entfernt, sollte sie sich jemals dort befunden haben. Die Partei muss sich nun entschlossen hinter ihren Vorsitzenden Meuthen stellen – den Extremen in der AfD muss das Mikrofon abgestellt werden.

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