Kommentar: Die AfD hat das Feld den Rechtspopulisten überlassen

Corona ist vorbei“: Wie Björn Höcke seine Pandemie-Leugnung ungeniert im  MDR verbreitete - Polizei & Justiz - Berlin - Tagesspiegel

Berlin (ddp) – Die AfD hat das Feld nun endgültig den Rechtspopulisten überlassen. Das ist spätestens nach dem heutigen Samstag klar, an welchem die Spitze den Thüringer Landeschef Björn Höcke erneut im Amt bestätigt hat – und ihm damit zwei weitere Jahre die Überhand gibt.

Dabei gilt der Rechtspopulist, der ohne strafrechtliche Konsequenzen als „Faschist“ bezeichnet werden darf, als höchst umstritten – auch innerhalb der Partei. Schon mehrfach fiel der Rechtsaußen negativ in Schlagzeilen auf, war bereits von einem Parteiausschlussverfahren und steht mit seiner Fraktion sowie der Thüringer „Jungen Alternative“ unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Die Biedermänner in der AfD übten anfangs noch einen Aufschrei, verstummen inzwischen mehr und mehr. Einer der größten Kritiker Höckes, Bundesvorstand Jörg Meuthen, wurde nach Brüssel abgeschossen – kein Aufschrei ist mehr zu hören. Auch Co-Parteichefin Alice Weidel ist Kritikerin der Rechtspopulisten, hält sich jedoch auffällig stark aus der gesamten Höcke-Debatte raus. Fragen in Talkshows, die sich auf den Thüringer Landeschef beziehen, weicht Weidel oftmals schmallippig aus. Vermutlich, um den eigenen Sessel zu sichern.

Doch es ist nicht ganz eindeutig, ob die AfD dem Lager um den Rechtsaußen wirklich schon das Feld überlassen hat. Am Ende könnte es Höcke genauso ergehen, wie seinem einstigen Parteikollegen Andreas Kalbitz – spätestens nach den nächsten Wahlen.

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