
Saarbrücken (ddp) – Die Zahl der Menschen im Saarland, die ihre Rechnungen nicht mehr bezahlen können, ist einer Studie zufolge in diesem Jahr auf dem gleichen Niveau geblieben wie im Jahr davor. Rund 100 000 Bürger über 18 waren laut «Schuldneratlas 2020» der Wirtschaftsauskunftei Creditreform überschuldet – genauso viele wie vor einem Jahr.
Die Überschuldungsquote stieg allerdings leicht um 0,1 Prozentpunkte auf nun 11,60 Prozent, was an der gesunkenen Zahl der Erwachsenen insgesamt liegt. Das Saarland ist das einzige Bundesland mit einer höheren Überschuldungsquote als im Vorjahr. Bremen ist im Vergleich der Bundesländer in diesem Jahr Schlusslicht mit 13,97 Prozent. Bayern hat mit 7,14 Prozent die niedrigste Quote, wie aus den am Dienstag veröffentlichten Zahlen hervorgeht. Der Wert für das Jahr 2020 basiert auf einer Hochrechnung.
Bundesweit gelten laut Studie 6,85 Millionen Menschen als überschuldet, das heißt, sie müssen über einen längeren Zeitraum mehr Geld ausgeben als sie haben und einnehmen. Das entspricht einer Quote von 9,87 Prozent und ist ein Rückgang im Vergleich zum Vorjahr.
Staatshilfen und Konsumzurückhaltung hätten dafür gesorgt, «dass ein flächendeckender Liquiditätsengpass bisher ausblieb», sagte Creditreform-Geschäftsführer Stephan Vila in Düsseldorf. Aber das dürfte nur die Ruhe vor dem Sturm sein, denn 700 000 Menschen hätten den Arbeitsplatz verloren, zwei Millionen Freiberufler und Selbstständige kämpften um ihre Existenz, Millionen seien in Kurzarbeit.
Auf der Liste der zehn Kreise und kreisfreien Städte mit dem höchsten Anstieg der Überschuldungsquote im Vergleich zum Vorjahr landet Neunkirchen auf Rang vier (12,69 Prozent). Saarbrücken bildet mit einem Anteil von 17 Prozent überschuldeter Bürger das Schlusslicht in der Liste der Landeshauptstädte.
© ddp-red; ID:2011-10/12-6

