Heute ist Welt-Tierschutztag: der Feiertag soll den Menschen daran erinnern, human und gerecht mit seinen tierischen Mitgeschöpfen umzugehen. Doch das funktioniert bis heute nicht – auch nicht in Deutschland. Ein Kommentar von Finn-Nino Würth

Tierschutz ist ein zentrales Thema – auch in Deutschland. Nur wird hierzulande kaum über bestimmte Themen gesprochen, da diese schon monatelang von Corona-Nachrichten, Wirtschafts-Panikmache und sonstigen Meldungen regelrecht überschwemmt werden. Doch auch die Zuständigen in Politik und Ministerien scheinen bewusst abzulenken – etwa von den gravierenden Zuständen in der Massentierhaltung oder dem noch immer aktuellen Kükenschreddern.
Direkt zuständig für die Lösung und Beendigung solcher Grausamkeiten: Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Die Ministerin schafft es seit nunmehr sieben Jahren nicht, ein Verbot des Küken-Schredderns durchzusetzen. Selbst die Debatte und entsprechende Gesetzentwürfe kamen nicht von Klöckner, sondern einzig und allein vom Verbraucherschutzministerium Nordrhein-Westfalen. Dieser wurde 2016 in einer Debatte des Bundestages abgelehnt. Seither versprach die Ministerin immer wieder ein Verbot, umgesetzt wurde allerdings noch heute nichts – inzwischen befasst sich Klöckner offenbar gar nicht mehr mit dem landwirtschaftlichen Schredder-Desaster. Doch das ist noch nicht alles.
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Es scheint, als hätte die Landwirtschaftsministerin alle relevanten Themen wie etwa die schlechten Lebensbedingungen in der industriellen Massentierhaltung – oder noch aktueller – die betäubungslose Ferkel-Kastration völlig aus den Augen verloren. Kein Wort, das zur erneuten Debatte anregen würde. Keine Lösungsvorschläge, die Tieren und Landwirtschaft helfen könnten – nichts. Doch wofür wird diese Frau eigentlich so großzügig bezahlt? Für ihr Schweigen? Ernsthaft?

Motto: Aus dem Auge, aus dem Sinn? So zumindest scheint es. Musste Klöckner sich überhaupt einmal die mörderischen Methoden der Industrie anschauen?
Doch allgemein orientiert sich die Politik zu stark an den Interessen und Bedürfnissen der Industrie. Der Welt-Tierschutztag ist daher auch ein schwarzer Tag für die offenbar unfähige Politik, die sich nun allerlei Vorwürfe gefallen lassen muss – zumindest für einen Tag, bevor am nächsten Tag erneut eine ablenkende Pandemie-Nachrichtenflut folgt.
Der internationale Tierschutztag ist allgemein eine Klatsche für die deutsche Regierung, die immer nur dann ein offenes Ohr für die Menschen hat, wenn Wahlen anstehen.
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