Die AfD: Im Tiefflug in die politische Unbedeutsamkeit

Wie sich die NRW-AfD (im Münsterland) zerlegt - Landespolitik - Nachrichten  - WDR

Berlin (sr) – Die AfD ist auf dem besten Weg, mit vollem Tempo in die politische Bedeutungslosigkeit zu rasen. Hauptgrund dafür ist das beinahe systemisch gesteuert wirkende Zerbrechen der einzelnen Landtagsfraktionen – und auch die Bundestagsfraktion hat zu kämpfen.

Nach dem jüngst bekannt gewordenen Parteiaustritt des Ex-Parteifunktionärs Frank Brodehl aus der holsteinischen Landtagsfraktion, droht der dort bisher vertretenen AfD-Fraktion das Aus. Denn nach dem Rücktritt des nun partei- und fraktionslosen Politikers zählt die Fraktion der Rechtspopulisten noch gerade einmal drei Abgeordnete – für den offiziellen Fraktionsstatus sind jedoch mindestens vier Parlamentarier notwendig. Der Auszug der AfD steht damit bereits fest.

Doch allgemein sieht es für die ‚Alternative‘ nicht besonders gut aus: nicht nur, dass die letzten Parteiaustritte – und Fraktionsverluste – noch nicht all zu lange her sind. Nein, auch für die Bundes-AfD sehen die aktuellen, durchlaufend negativer werdenden Prognosen nicht zukunftsfähig aus. Schon gar nicht für eine anstehende Bundestagswahl, welche auch den Reichstag um rund 90 Abgeordnete schrumpfen lassen könnte.

Nach aktuellem Stand würde die AfD, wäre nun Bundestagswahl, von gerade einmal 8,5* Prozent der Bundesbürger gewählt werden. Im Vergleich zum Spitzen-Wahljahr 2017 ein Minus von mehr als drei Prozent (12,6). Die Wählerschaft distanziert sich damit zunehmend von den Rechten – der überwiegende Teil der Wählerschaft findet Insa-Prognosen zufolge vor allem zur Union zurück.

Die Partei zerlegt sich faktisch betrachtet selbst: Kalbitz, leere Worte, politische wie auch finazielle Skandale in kurzer Zeit, Ex-Parteifunktionäre, die ihren Austritt durch heranschreitende „Radikalisierung“ der Rechtspopulisten begründen – all das sind ausschlaggebende Hauptfaktoren für zunehmende Distanzierung von der Partei. Die AfD-Spitze sieht es jedoch gelassen, Meuthen und Weidel sehen und verkaufen sich weiterhin als ‚Volkspartei‘ – nur ohne Volk?

*Insa-Meinungserhebung; 13.09.2020 in BamS

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