Kommentar: Sollten Bücher von Attila Hildmann aussortiert werden?

Berlin (epa) – Corona-Skeptiker Attila Hildmann steht bereits monatelang in den Schlagzeilen. Grund dafür ist sein Anti-Corona-Aktivismus, mit welchem sich der Vegan-Koch ebenso viele Freunde wie Feinde machte – doch sollten Buchhandlungen wegen Hildmanns politischer Auffassung und seines Handelns dessen Kochbücher aus den Regalen nehmen?

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Im Gegensatz zu anderen Kurzzeitgeschichten ist Vegan-Koch Attila Hildmann eine Dauer-Schlagzeile. Seit nunmehr fünf Monaten erobert der 39-Jährige mit seinem Corona-Aktivismus die Titelseiten der großen Zeitungen, wie etwa von „Bild“, „Spiegel“ und „FAZ“ – aber auch online ist Hildmann derzeit neben der Corona-Pandemie, die derzeit ihren zweiten Anlauf nimmt, eines der Top-Themen in Deutschland.

Aufgrund seiner spektakulären Corona-Theorien ist der Koch seit wenigen Wochen auch in seiner Existenz leicht bedroht: Derzeit fordern viele Menschen, dass Buchhandlungen die Bücher von Hildmann aus dem Sortiment nehmen. Doch muss Kunst nicht von dem politischen Gedanken und den Handlungen des Künstlers getrennt werden?

Grundsätzlich: Ja. Doch in Hildmanns Fall wäre es sogar ein Muss, dessen Bücher im Sortiment zu halten: zum einen ist noch immer nicht klar, ob Hildmann sich strafbar gemacht hat – und selbst wenn ein Gericht künftig zu einem solchen Schluss kommen sollte, so ist es nach derzeitigem Stand noch zu keinem Urteil gekommen. Darüberhinaus ist ebenso zu berücksichtigen, dass es sich bei den bisher bei Buchhändlern zum Verkauf stehenden Werken allesamt um vegane Kochbücher handelt, die in keiner Weise politische Motive verfolgen.

Doch auch wird und wurde in der Gesellschaft schon immer vergessen, wer diese Menschen sind – denn auch Atilla Hildmann kennen die meisten Menschen nur aus den Medien. In deren Schlagzeilen wird er als antisemitisches Monster dargestellt, doch ist er auch wirklich eines?

In Erinnerung sollte dabei auch eine Pop-Legende bleiben, die unter anderem durch gleiche Schlagzeilen in den Tod getrieben wurde: Michael Jackson. Ein Mensch, der sich für Tierschutz, Gleichheit und Menschenrechte – besonders aber auch für Kinder und eine gerechte Welt – einsetzte. Selbiges möchte auch Atilla Hildmann bewirken, doch Gutes wird meist in Böses umgewandelt – ebenso wie bei Michael Jackson.

Derzeit wird erneut über einen Menschen geurteilt, der eigentlich nur Menschen helfen und sie vor Bösem bewahren möchte – selbst wenn dessen Theorien auf manche etwas bis sehr seltsam wirken. Wie immer gilt: Mit Menschen reden, nicht über sie.

© epa.de

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