infocom: Nachrichten am Nachmittag (29.07.2020)

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Breaking News: Coronavirus: Erstmals Kind in Deutschland infiziert ...

Truppen-Abzug: USA wollen noch mehr Soldaten aus Deutschland abziehen

Die Zahl der US-Soldaten in Deutschland soll um fast 12 000 verringert werden – und damit deutlich stärker als bislang bekannt. Rund 6400 Soldaten sollen in die USA zurückgeholt werden, weitere 5400 sollen in andere europäische Länder verlegt werden, wie Verteidigungsminister Mark Esper am Mittwoch in Washington erklärte. Bislang hatte die US-Regierung von einem Abzug von rund 10 000 der etwa 36 000 Soldaten in Deutschland gesprochen. (mehr dazu)

Auto-Krise bremst BASF: Durchgreifende Besserung nicht in Sicht

Die wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie lasten auf dem Chemieriesen BASF. Der Konzern traut sich nach einem Verlustquartal wegen der Unsicherheiten um die weitere Entwicklung weiter keine Prognose für das Gesamtjahr zu. Für das dritte Quartal erwartet BASF beim operativen Ertrag (Ebit vor Sondereinflüssen) zudem keine wesentliche Verbesserung gegenüber dem Vorquartal. Auch könnten weitere Abschreibungen im Jahresverlauf drohen.

“Nach wie vor ist die Corona-Pandemie eine große Herausforderung für uns alle”, räumte BASF-Chef Martin Brudermüller am Mittwoch in Ludwigshafen ein. Bei den Anlegern kam das nicht gut an: BASF-Aktien verloren bis zum Mittag zeitweise mehr als fünf Prozent an Wert. (mehr dazu)

«NSU 2.0»: Illegale Pumpgun bei Ex-Polizist gefunden

Bei dem in der Affäre um die rechtsextreme Drohschreiben-Serie «NSU 2.0» beschuldigten Ex-Polizisten aus Landshut haben Ermittler mutmaßlich illegale Waffen gefunden. Das bestätigte ein Sprecher der Generalstaatsanwaltschaft München. Mehrere Medien hatten darüber berichtet.

Es handle sich um eine Pumpgun und zwei Pistolen. Außerdem seien verbotene Gegenstände wie Pfefferspray und Schlagstöcke gefunden worden. «Damit besteht neben und völlig unabhängig von den Tatvorwürfen im Zusammenhang mit „NSU 2.0“ ein gesonderter Tatverdacht wegen Verstößen gegen das Waffengesetz», sagte der Sprecher. Die Ermittlungen führt die Bayerische Zentralstelle zur Bekämpfung von Extremismus und Terrorismus (ZET).

Der 63 Jahre alte Ex-Polizist und seine Ehefrau waren vorübergehend festgenommen worden. Er selbst streitet die Vorwürfe ab, etwas mit den Drohschreiben zu tun zu haben. (mehr dazu)

Niederländische NS-Opfer fordern Entschädigung

Niederländische Holocaust-Opfer fordern Entschädigung für Transporte in die deutschen Vernichtungslager während des Zweiten Weltkrieges. Deutschland müsse sich der Verantwortung stellen und den Opfern finanziell entgegenkommen, heißt es in einem Schreiben an Kanzlerin Merkel (CDU).

Das niederländische TV-Programm Nieuwsuur berichtete heute zuerst darüber. Ein Jahr, nachdem sich die Niederländische Bahn zur Zahlung von rund 50 Millionen Euro an Entschädigungen verpflichtet habe, stehe nun die Bundesrepublik in der Pflicht, betonte der Amsterdamer Anwalt Axel Hagedorn.

Von 1941 bis 1944 waren aus den Niederlanden 107.000 Juden in die deutschen Vernichtungslager deportiert worden. Nur etwa 5000 überlebten. Die Deutsche Reichsbahn hatte für die Transporte nach Schätzungen von Historikern umgerechnet etwa 16 Millionen Euro erhalten – die Kosten mussten zum größten Teil von den Juden selbst bezahlt werden. (mehr dazu)

Corona: Kabinett beschließt schärfere Regeln für Fleischbranche

Schlachten, Zerlegen und Verarbeiten – diese Kerntätigkeiten in der Fleischwirtschaft dürfen ab dem nächsten Jahr nicht mehr von betriebsfremden Beschäftigten ausgeführt werden.

Die Bundesregierung hat am Mittwoch das geplante Verbot von Werkverträgen und Leiharbeit in der Branche auf den Weg gebracht. Mit dem Vorhaben sollen die Arbeitsbedingungen in der Fleischindustrie verbessert werden. Nach gehäuften Corona-Infektionen in Fleischbetrieben waren diese in den vergangenen Monaten wieder stärker in den Fokus gerückt. (mehr dazu)

Terror-Prozess: Familie von Halle-Attentäter schweigt

Am vierten Prozesstag zum rechtsterroristischen Anschlag in Halle hat das Gericht das Umfeld des Angeklagten unter die Lupe genommen. Ein Zeuge berichtete von Vorfällen, bei denen der heute 28-Jährige schon früher seine rechtsextreme Einstellung kundgetan haben soll.

So habe der Angeklagte im Supermarkt einmal zwei Menschen angebrüllt, weil sich diese nicht auf Deutsch unterhalten hätten. Ein anderes Mal habe sich Stephan Balliet antisemitisch geäußert, schilderte der 31 Jahre alte frühere Freund der Halbschwester des Angeklagten am Mittwoch im Prozess vor dem Oberlandesgericht Naumburg. (mehr dazu)

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